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Kurpfalz-Gymnasium und Realschule Mannheim

Staatlich anerkanntes Gymnasium und Realschule in freier Trägerschaft

Ganztagsschule mit Mittagstisch
 

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   B E R U F S F I N D U N G



 


 

Konzept der Berufsorientierung am Kurpfalz–Gymnasium

Teil 1

 

Klasse 10

         Bogy (Berufsorientierung Gymnasium)

Klasse 11          a)  „Die Arbeitsagentur in der Schule“
         b)  Besuch im BIZ (Berufsinformationszentrum)
Klasse 12          a)  Besuch der Informationstage der Universitäten im Raum
              (isb. der Uni Mannheim)
         b)  Möglichkeit zur Teilnahme an einem 10-tägigen Ingenieur-
              Praktikum (vor den Oster- und Herbstferien).

 

  Klassenstufe 10                    Klassenstufe 11             

Arbeitsbereich: BOGY–Projekt


Diese Berufserkundung findet an unserer Schule in der Klasse 10 statt. Eine Unterrichtswoche, nach den zentralen Klassenarbeiten, ist dafür vorgesehen. Die Schüler sind hierbei vom Unterricht befreit und sollen Berufe und deren Umfeld kennen lernen und erkunden.

Die Planung für die Schüler beginnt im Okt./ Nov. mit einem Elternabend und setzt sich fort im Unterricht mit der Besprechung der einzelnen Vorbereitungsphasen (Wie bewerbe ich mich? Wie gestalte ich einen Lebenslauf?). Sie mündet in die BOGY-Woche (Juni) und endet mit der Nachbereitung in der Klasse.

In dieser Woche soll der Schüler in den Beruf, den er selbst ausgesucht hat, „hineinschnuppern“. Er soll sich kundig machen über die Berufsstruktur, Zukunftsaussichten, Bezahlung, Voraussetzungen u. ä.

 

Die Fragestellung an sich selbst wäre: Könnte das ein Beruf für mich sein, den ich ein ganzes Leben lang ausüben möchte?

 

Die Schüler führen während dieser Zeit ein Berichtsheft, das sie danach ausgearbeitet in der Schule abgeben. Die Berichte werden bewertet und diese Bewertung wird dann im Versetzungszeugnis festgehalten.

Der begleitende Lehrer wird die Schüler an ihrer Praktikumsstelle besuchen, um so auch den Kontakt zum Betrieb zu halten. Begleitender Lehrer ist sowohl während der Unterrichtszeit als auch in der BOGY-Woche selbst der Gemeinschaftskunde-Lehrer.

Für die Schüler besteht Unfallversicherungsschutz, da es sich um eine schulische Veranstaltung handelt. Die Erziehungsberechtigten müssen dieser Veranstaltung zustimmen.

Kontakte zur Arbeitsagentur (AA)

 

Spätestens in der Klassenstufe 11 sollte der Kontakt zur Arbeitsagentur ausgebaut werden. Dieser besteht auf zwei Ebenen:

1. Der Schülerberater der Arbeitsagentur kommt in die jeweiligen Klassen und stellt den aktuellen Arbeitsmarkt und die Chancen/Möglichkeiten für Abiturienten/ Studenten vor. Zeitdauer: zwei Stunden am Vormittag während der Schulzeit.

2. Die Schüler besuchen das Berufsinformationszentrum (BIZ) in Mannheim. Dort erhalten sie eine Führung und die Möglichkeit, sich selbst zu informieren. Zeitdauer: drei bis vier Stunden am Vormittag während der Schulzeit.

3. Ein besonderer Service für interessierte Schüler ist das INGENIEUR–PRAKTIKUM  im Raum Mannheim – Ludwigshafen/Rh. Dieses besondere Praktikum ist freiwillig und findet zweimal im Jahr statt (vor den Oster- / vor den Herbstferien).

Integriert ist jeweils ein ganztägiger Besuch bei der Fachhochschule Technik in Mannheim. Es erstreckt sich über zehn Tage, reicht also in die jeweiligen Ferien hinein. Dieses Praktikum wurde von führenden Wirtschaftsunternehmen im Raum MA / LU zusammen mit den Gymnasien ins Leben gerufen. Ziel ist es, Schüler schon früh für den Ingenieurberuf zu interessieren. Das Spektrum reicht vom Wirtschaftsingenieur über den Elektroingenieur, über Architektur, Biotechnologie und Informatik bis hin zu Maschinenbau und Medizintechnik. Am Ende des Praktikums erhalten die Schüler von den Firmen ein Zeugnis. Die Schüler werden für diese zehn Tage von der Schule freigestellt. Versicherungsschutz besteht, da es sich um eine schulische Veranstaltung handelt.

 


 

Konzept der Berufsorientierung am Kurpfalz–Gymnasium

Teil 2

 

   Argumente für eine berufliche Ausbildung bzw. für ein Hochschulstudium:             

 

1. Für eine Ausbildung außerhalb der Hochschule spricht:


  • - Eine Ausbildung ohne Studium ist fast immer kürzer und kann daher früher zu finanzieller Unabhängigkeit und Selbständigkeit führen.
    - Die Chancen eines unmittelbaren Übergangs von der Ausbildung in den Beruf sind oft günstiger als bei einem Übergang vom Studium in den Beruf.
    - Eine berufliche Ausbildung unmittelbar nach dem Schulabschluss kommt all denen entgegen, die sich weniger für theoretisch-wissenschaftliche als vielmehr für praktisch-organisatorische Tätigkeiten interessieren oder geeignet fühlen.
    - Zunehmend werden auch außerhalb der Hochschule Ausbildungsgänge (z. B. an Berufsakademien und Berufsfachschulen) eingerichtet, für die wiederum das Abitur Zugangsvoraussetzung ist.


2. Für ein Hochschulstudium spricht:


  • - Bestimmte berufliche Ziele lassen sich nur über ein Studium erreichen.
    - Für gehobene berufliche Positionen wird vielfach ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorausgesetzt.
    - Der Trend zur Höherqualifizierung hält an und Akademiker/innen verfügen auf Grund ihrer breiten Ausbildung nach wie vor über umfassende Möglichkeiten im Berufsleben.
    - Ein Studium bietet ferner die Möglichkeit, wissenschaftliche Interessen zu befriedigen.
     

3. Entscheidungs-Check: Berufsausbildung?


- Falls eine berufliche Ausbildung angestrebt wird, sind folgende Fragen zu klären:

  • - Welche Berufe/Ausbildungsgänge kommen für mich in Frage? Hierbei sollte man nicht nur die so genannten "Traumberufe" in Erwägung ziehen, sondern auch realistische Alternativen. Und dabei sollten Sie sich folgende Detailfragen beantworten:
    - Wo ist die geplante Ausbildung möglich?
    - Wie viele Ausbildungsplätze stehen dort zur Verfügung und wie hoch ist erfahrungsgemäß die Anzahl der Bewerbungen?
    - Welche Bewerbungstermine muss ich beachten?
    - Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl?
    - Wie ist die Ausbildung gegliedert und aufgebaut?
    - Wie lange dauert die Ausbildung? Ist eine Verkürzung möglich?
    - Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung und welche Förderungsmöglichkeiten  bestehen?
    - Welchen Abschluss erhalte ich am Ende einer erfolgreichen Ausbildung?
    - Gibt es einen staatlich anerkannten oder firmeninternen Abschluss?
    - Wie sind die beruflichen Einmündungs-, Fortbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten?
    - Habe ich Chancen, mich später selbständig zu machen?

   
  • Wenn nach der Ausbildung  noch ein Studium in Betracht kommt: Welche mit betrieblicher Ausbildung kombinierte Studienmöglichkeiten (z.B. Berufsakademien) gibt es, um eine "Doppelqualifikation" zu erwerben und damit letztlich eine Zeit raubende Verlängerung der Ausbildungszeit zu vermeiden?


4. Entscheidungs-Check: Studium

 

Falls ein Studium angestrebt wird, muss man sich mit folgenden Fragen auseinandersetzen:
- Welche Studienangebote gibt es und in welchen Städten kann ich sie studieren? 
- Welche Abschlussmöglichkeiten gibt es und wie lassen sich diese beruflich verwerten?
- Wie sind die beruflichen Einmündungschancen nach Abschluss des Studiums?
- An welchen Hochschularten (z.B. Universität, Kunst- oder Musikhochschule, Fachhochschule) kann ich studieren und wo bestehen spezifische Vor- und Nachteile der Ausbildung, vor allem im Hinblick auf meine persönliche Arbeitsweise und Lebensplanung?
- Entspricht der gewählte Studiengang meiner Begabung, meinen eigenen Fähigkeiten und Interessen und welche Voraussetzungen habe ich in der Schule durch den Besuch eines Grund- oder Leistungskurses erworben?
- Welche Spezialisierungsmöglichkeiten habe ich während des Studiums?
- Bestehen Zulassungsbeschränkungen?
- Welche konkreten Inhalte haben speziell die Anfangssemester? Welche Kenntnisse werden vorausgesetzt? Reichen meine in der Schule erworbenen Vorkenntnisse, z.B. in Mathematik oder Sprachen, für das gewählte Studienfach aus? Bietet die Hochschule ggf. Vorkurse zur gezielten Studienvorbereitung an?
- Welche Besonderheiten der einzelnen Hochschulorte und Hochschularten muss ich beachten, z.B. Studienangebot, Studienbedingungen, Ausbau, Standort und Größe der Hochschule?
- Bestehen besondere Einschreibungsvoraussetzungen, z.B. Nachweis von Praktika, Sprachkenntnissen, studiengangbezogener Eignung?
- Welche Bewerbungstermine und Einschreibefristen muss ich beachten?
- Wie lange dauert das Studium, wie ist es aufgebaut und strukturiert?
- Habe ich bei der Wahl des Studienortes die dortige Wohnraumsituation bedacht?
- Welche finanziellen Förderungsmöglichkeiten bestehen?



                                                                                                                                         Beitrag: Klaus Leonhard